Heute erwartet euch der vorerst letzte Artikel als der Reihe »Pferdefresse«, dem Blog und Podcast über Menschen, Marken, Kommunikation und ein Seepferdchen. Willi heißt es, und es hat ebenso erfolgreiche wie harte Wochen hinter sich. Gemeinsam haben wir aufgearbeitet, wie sich Marken mitsamt deren Fankulturen entwickeln lassen. Welche Kleinigkeiten darüber entscheiden, wie man seine eigene Marke wahrnimmt beziehungsweise von seinen Fans wahrgenommen wird. Im 17. Blog-Artikel von »Pferdefresse« erhält Willi sein Seepferdchen-Abzeichen in Markenkommunikation. Das Ende vom Anfang der Erfolgsgeschichte ist geschrieben. Wie’s weiter geht? Das dürft ihr am Ende selbst entscheiden.

Keine Lust zu Lesen? Hier ist die Audio-Datei zum folgenden Blog-Beitrag:

Eine Love Brand ist alles:
Sitcom, Love-Story, Abenteuer, Horror
und auch ein wenig Comedy.
Und das alles mit einem Happy End.

Arbeite vor, lerne vertrauen und lass dir helfen

Meine Pferdefresse, waren das Tage. Wochen. Monate. Von Himmelhochjauchzen bis hin zur größten mir bekannten Krise meiner Art. Ich ertappe mich, wie ich über mich selbst amüsiert durch die vielen Krabben schwimme, die sich mittlerweile wieder in meinem Becken tummeln. Betonung liegt auf wieder. Eine letzte Sache zum Thema Krise noch: Verstecken spielen is nich. Die Krise findet dich. Immer. Ist nämlich nicht so, dass man einfach so sagen kann, »Hey Krise, ich seh‘ dich nicht, dann siehst du mich auch nicht.«

Also, let’s face it.

Machen wir es kurz: Drei Dinge waren dafür ausschlaggebend, dass es heute wieder Krabbe statt Krise gibt: Wir hatten gute Vorarbeit geleistet, wir haben uns vertraut – und wir haben uns helfen lassen. Wir, das sind mein Team und ich. Inklusive Pate. Krise erkannt, Krise gebannt. Mehr gibt es dazu an dieser Stelle nun wirklich nicht mehr zu sagen.

Vielmehr möge der gemeine Zuhörer nun einer Laudatio lauschen, die würdig, anerkennend sowie vielsagend beschreibt, welche Leistung ich in den vergangenen Wochen vollbracht habe. Ich, Willi der I..

Was mit einer aus einem Disney-Film herangezogenen Pferdefresse begann, entwickelte sich zu einer hollywoodreifen Inszenierung einer Marke. Finde ich zumindest. Wir hatten Sitcom, Love-Story, Abenteuer, Horror und wahrscheinlich auch ein wenig Comedy. Und am Ende haben wir das Happy End – mich, die Love Brand. Ein Fisch namens Willi.

Ich bin etwas aufgeregt, weil alles, was sich in den nächsten Minuten ereignet, brutal aufregend wird. Ich treffe mich mit dem Paten zum Abschlussgespräch. Soviel sei vorweggesagt, wenn es auch vorerst die letzte Folge ist, in der er mir seine Stimme gibt, es wird nicht die letzte Begegnung zwischen ihm und mir sein. Wir gehen jetzt nur zum nichtöffentlichen Teil über. Zu dem Teil, den wir aus Gründen des Datenschutzes sehr diskret und vertraulich handhaben werden.
Noch ist es aber nicht soweit. Noch drehe ich mich auf der Stelle im Kreis, genieße das Salzwasser in den Kiemen und eine Krabbe im Röhrenmaul.

Statements einer Love Brand:
Ich bin stolz.
Ich bin Qualität.
Ich bin ich.

Sei du

Ja, heute ist Abschluss. Und was hab‘ ich mich dafür in Schale geworfen. Naja, okay, eigentlich sehe ich aus wie immer, ich habe lediglich unter der Wasserdüse im Becken alle Sandkörner vom Seepferdchenkörper geblasen. Gelernt ist gelernt: Dass man sich rausputzt, wenn man ausgezeichnet wird, hab‘ ich erfahren als ich einmal mehr stiller Zuhörer eines Frauengesprächs wurde. Sie redeten von einem Abschlussball, von Grazie, Anmut, Schönheit und Eleganz. Okay, eigentlich sprachen sie nur über ihre Kleiderschränke und was sie anziehen sollen. Für Menschen waren die beiden jedoch ziemlich hübsch, deshalb findet in meinem Kopfkino Grazie, Anmut, Schönheit und Eleganz statt. Jetzt will ich das Kino logischerweise auch bei meinem Abschlussball.

Heute bekomme ich das Seepferdchenabzeichen – ich habe als Love Brand schwimmen gelernt. Mir zu Ehren wird der Pate heute kommen und mir das öffentlich bezeugen. Shit, was laber ich hier denn rum, das geht ja alles von der Zeit seiner Laudatio ab.

An der Scheibe angekommen geht mir ganz schön die Flosse. Denn der Pate ist schon da. Sieht aus wie immer, aber was soll ich mich aufregen? Ist schließlich nicht sein Abschlussball.

Innerer Frieden kehrt ein, die Brust geht raus. Ich positioniere mich, empfänglich für eine Lobeshymne, die losgelöst vom Dresscode Strahlkraft hat. Ich lächle den Paten an. Ich bin stolz. Ich bin Qualität.

Ich bin ich.

Marken entwickeln sich
mit ihren Fankulturen.
Nicht wegen.

Es geht nur miteinander und füreinander

»Willi, herzlichen Glückwunsch, du hast das Zeug, auf Jahre eine Love Brand zu bleiben. Vertrau‘ mir, ich weiß es.« Der Pate lächelt mich an, ich zurück.

21, 22, 23,…

Der Pate lächelt mich an, ich zurück. 24, 25, 26,…

Der Pate lächelt mich immer noch an, ich lächle nicht mehr.

»Ähm, war’s das jetzt?«, frage ich vorsichtig. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das die Laudatio gewesen sein soll. Wir haben Stunden, Tage, Wochen, Monate miteinander verbracht und alles, was ihm zum Abschluss einfällt, ist: Glückwunsch, bleib so, wird schon…?

27, 28, 29,… Jo, das war’s offensichtlich. Kommt nichts mehr von Außen. Ein ins Gesicht gefrorenes Lächeln, da könnte ich bis 100 zählen und das Standbild vor mir würde sich nicht ändern.

Wow, reden kann er, der Pate. Pffff.

Naja, um die Vertrauensfrage zu stellen, wäre es so oder so zu spät. Lässt sich mein Pate überhaupt disziplinieren? Hm, mir egal, um ehrlich zu sein.

Fakt ist, ich vertraue auf das, was er sagt. Er weiß, wovon er spricht. Nie zuvor habe ich mich als Seepferdchen so freizügig mitteilen können. In insgesamt 17 Folgen ging es nur um mich. Darum, einem Fisch beizubringen, wie er Love Brand wird und bleibt.

Da gehört es sich schon, ihm in gleichem Maße Aufmerksamkeit, Raum und Wertschätzung entgegen zu bringen.

»Danke.«

21, 22, 23,… Ich lächle den Paten an, er zurück. Es braucht auch keiner weiter zu zählen, denn es ist doch alles gesagt.

Wer will denn auch wirklich alle Details wissen, wie unsere Zusammenarbeit, unser Miteinander, unser Füreinander konkret ausgesehen hat? Wer braucht schon Anerkennung im Überfluss… Ich weiß, wie produktiv ich bin. Ich kenne den Teamspirit, den ich entfacht habe. Eine Fangemeinde so groß wie das Great Barrier Reef trägt mich und versorgt mich mit Aufmerksamkeit. Und Krabben. Ich weiß, wie ich dieses Netzwerk pflegen beziehungsweise nutzen werde, damit das noch sehr lange so bleibt. Es geht nur miteinander. Es geht nur füreinander. Es geht nur zusammen. Es geht nicht ohne Fokus.

Und damit Schluss jetzt. Wer will schon wissen, was es genau bedeutet, voneinander zu profitieren – welchen Stellenwert Konflikte, Kommunikation, Rhetorik oder gar Feedback und Streitkultur haben? Ehrlich jetzt, wer will das schon wissen? So ganz zum Schluss den gegenseitigen Nutzen aufzuwiegen, das wäre unpassend, findet ihr nicht?

Feier deine Erfolge

Ach wisst ihr was? Fragt ihn doch, wenn ihr es wissen wollt. So gerne ich mich tatsächlich ja noch mit ihm unterhalten würde, so viel Zeit habe ich auch nicht. Wir haben uns jetzt lange genug angeschwiegen und telepathisch kommuniziert. Ich will los. Ich habe meinem Team versprochen, dass wir den Erfolg heute gemeinsam feiern. Ratet mal, was auf mich wartet, wenn ich mich umdrehe? Richtig!!

Hat euch gut getan, das Zuhören. Ich merke schon, ihr habt genauso viel gelernt wie ich.

Ein gutes Gefühl und eine prima Erkenntnis, um die Bühne zu verlassen. Langsam drehe ich mich weg, ich lächle wieder. Und doch blicke ich vor der großen Party ein letztes Mal über die Schulter und sehe den Paten zur Feier des Tages – Überraschung – einen Lebkuchen in der Hand halten.

»Wird Zeit, dass du gehst«, sage ich spitz zu ihm und würde ihm Zuzwinkern, wenn ich könnte. Aber er versteht mich auch so. »Da draußen warten noch viele darauf, die sich ein Seepferdchen-Abzeichen verdienen möchten… Obwohl, will ich wirklich wissen, wie viele andere Love Brands du noch hast?«

»Wird Zeit, dass du gehst«, antwortet er und lacht, »Ich habe tatsächlich heute noch einen Termin mit einer meiner Love Brands. Ich lese heute Kindern noch eine Geschichte vor.«

»Na hoffentlich ist die Geschichte länger als die Laudatio.«

Wir lachen beide.

»Ohne Witz, Pate, du bist schon so ein Vorleser, oder?«

»Vollkommen richtig. Am liebsten lese ich die Erfolgsgeschichten vor, die ich selbst geschrieben habe… Bei aller Anerkennung der teils wirklich sehr guten Geschichtenschreiber da draußen.«

Geschichtenschreiber im Haifischbecken, das kann er den Süßwasserfischen erzählen, aber wen juckt’s? Wer will’s wissen?

Komm in den Club

»Willi«, unternimmt er den finalen Anlauf, sich zu verabschieden, »bleib authentisch. Bitte. Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon«.
Hach, der Pate und seine Tipps. Und immer das letzte Wort. Ist euch das nie aufgefallen? Dann wird’s ernsthaft Zeit, dass ihr ihn kennenlernt. Oder kommt bei mir vorbei – ich erzähle euch sehr gerne mehr von dem, was ich erlebt habe und noch erleben werde. Da kommt noch einiges, das spüre ich. Ob es was bringt oder nicht, darf jeder für sich selbst entscheiden. Ebenso, wie viele Love Brands ihr habt. Ihr könnt so viele haben wie ihr wollt, ich sollte halt darunter sein…

Ein paar beständige Love Brands wünsche ich euch, Fans, die sich ihrer Verantwortung als Botschafter bewusst sind.

Wenn mir eines bewusst ist, dann, eine Love Brand zu werden, zu sein und zu bleiben hat etwas mit Spaß zu tun. Und damit, wer von mir und meinem Produkt profitiert. Besser, welcher Nutzen auf beiden Seiten besteht und worauf ich vertrauen kann.

Vertraut mir, ich habe es geschafft. Ich habe das Seepferdchenabzeichen für Markenkommunikation gemacht. Ich bin Love Brand aus eigener Kraft geworden.

Ach, und noch was: Wir alle profitieren von Qualität. Von einwandfreiem Wasser sowieso. Von Krabben oder Kröten auch, richtig?

Hab gehört, ohne sauberes Wasser gäb’s euch gar nicht.

Was soll ich als Schlusswort da noch sagen?

Ich hätte da eine Idee: Willkommen im Club!

Liebe Seepferdchen-Freunde, liebe Fans von Willi und außergewöhnlicher Markenkommunikation, es ist an der Zeit loszulassen. »Wenn die Arbeit des Führers getan ist, sagen die Leute, das haben wir selbst getan«, sagte Laotse schon Jahrhunderte vor Christi Geburt. An diesem Punkt sind wir. Und das macht mich stolz. Was nicht bedeutet, dass ich aufhöre, mich um Willi zu kümmern. Im Gegenteil. Nur lasse ich ihn entscheiden, wann und wie er meine Hilfe in Anspruch nimmt. Das verschafft mir jetzt Zeit für den nächsten Schritt: Welche Stories schreibt ihr, welche wollt ihr schreiben, welche Marken liebt ihr, welche wollt ihr entwickeln? Welche Beziehungen sind für euch gewinnbringend? Ich will mit euch in den Dialog treten. Ich möchte wissen, welche Produkte bei euch nicht sprechen können und eine Stimme brauchen. Wer oder was profitiert von euch – oder eurem Produkt? Ich bin überzeugt, dass sich nicht sprechende Produkte nur über die verkaufen lassen, die sprechen können. Von denen, die sich kümmern, die achtsam und aufmerksam sind. Alle Produkte dieser Welt sind beliebig vielfältig, vergleichbar und austauschbar. Ihre Stories aber nicht. Sprecht mit mir über eure Marken. Lasst sie uns aufbauen, entwickeln und zusammen wachsen sehen. Und vielleicht liefert ihr die Inhalte für die nächsten Blog-Artikel…

Food For Thoughts

Es wird also Zeit, dass wir direkt miteinander sprechen und etwas füreinander tun. Hier geht’s zum Anfang deiner eigenen Love-Brand-Story:

Sprecht mit mir ››

Ausserdem gibt’s den Blog-Artikel als Audio-Podcast auf

Vorschau

Das Schweigen der Lämmer – Weshalb die Zeit reif ist für einen Marken-Psycho-Paten