Willi, das Seepferdchen, die Love Brand, die Pferdefresse – das ist es, worum es hier in meinem Blog geht. Zuletzt erkannte Willi, dass Wachstum keine Selbstverständlichkeit ist und Unwegsamkeit mit sich bringen kann. Alles hängt von einem Team ab, von einer Markenbotschaft, die zuerst nach Innen wirkt. Aber wie wirkt sie dann nach Außen, bei wem und wie schnell? Weil, eins ist klar, es geht weiter um die Wurst. Also, um Krabben, um genau zu sein. Im Klartext: Es geht um messbare Erfolge. Und als nächstes benötigt es dazu die richtigen Fans auch jenseits der Scheibe – welche, die einen echten Nutzen von der Love Brand haben. Welche, die ausbalanciert sind. Wie man die herausfindet? In dem man zuhört.

Keine Lust zu Lesen? Hier ist die Audio-Datei zum folgenden Blog-Beitrag:

Eine Love Brand steht auf
Branding statt Blending.

Let me entertain you

Ich brauche euch wohl nicht zu sagen, dass nicht jedes Mal, wenn das Licht angeht, auch eine Show beginnt… Weshalb sollte das heute so sein? Aus tagelangen Gesprächen (und Lauschmanövern, die selbstverständlich rein ausschließlich zu Marktforschungszwecken dienten), aus tagelangem Zuhören jedenfalls, weiß ich, dass ihr Menschen morgens auch nicht gleich beim ersten Licht performt. Jaja, bei euch geht’s erstmal in die Maske, ab in Schale und dann versucht ihr die Weltherrschaft an euch zu reißen. Bei uns Seepferdchen, halt, falsch, bei uns Qualitätsaushängeschildern eines gesamten Ökosystems, beginnt das Entertainment unter UV-Einwirkung genau so, wie wir die Bühne am Vorabend verlassen haben. Es beginnt also unmittelbar. Ohne Korrektur des eigenen Designs, ohne Berücksichtigung der Öffnungszeiten. Was ich damit sagen will, ist, bei euch Menschen heißt »Licht an«: »Augen auf«. Bei mir als Love Brand heißt »Licht an«: »Let me entertain you«. Den Letzten beißen die Krabben.

Weshalb das wichtig zu wissen ist? Ich verfolgte vor einigen Tagen ein Gespräch zweier Männer, die sich direkt vor meiner Center Stage unterhielten. Der eine beklagte sich vehement, dass er morgens nicht mehr in die Gänge komme, weil seine Work-Life-Balance ins Ungleichgewicht geraten sei. Sein Boss verlange Zugaben. Viele Zugaben. Noch lange, nachdem die Lichter aus sind. In seinem Leben verbringe er die meiste Zeit nur noch mit performen, essen, schlafen oder eben sogar in der Maske. Denn so ein aus der Balance gekommenes Leben hinterlasse Spuren – er zeigte zuerst auf seine Augenringe, dann auf seine grauen Haare.

Nun, für jemanden wie mich, war das Gejammer vom Ungleichgewichtigen wie eine akustische Wasserverschmutzung. In keiner Sekunde ist dem Kollegen aufgefallen, dass meine Welt zum Leben, Arbeiten, Feiern, Schlafen, zum Love-Brand-sein halt, bedeutend kleiner ist als seine. Dass ich in diesem kleinen Raum alles ausbalanciere – vor allen Dingen mich. Und zwar so wie ich bin. Ohne Vor- und Abspann. Ohne Maskerade. Was gibt es also auszubalancieren, wenn alles in einem Raum, in einem Lebensraum stattfindet?!

Ready to rock

Zurück zur Realität: mein Pate erscheint. 1,83 Meter groß, dunkelblond-graues Haar, grau-blaue Augen, angezogen. Ich würde nicht sagen, dass er gut aussieht, denn wie klingt das, wenn ein Seepferd sagt, der Mensch sieht gut aus… Aber er sieht ordentlich aus. Anständig. Keine Spur von Beetlejuice-Smokey-Eyes hinter der Brille. »Na, geschminkt?«, frage ich flapsig zur Begrüßung, »Sei ehrlich, wie lange hast du heute Morgen gebraucht, um ›Ready to Rock‹ zu sein?«

»Ich habe 30 Minuten nach dem Aufstehen das Haus verlassen, wenn es das ist, was du wissen willst?«

Genau das wollte ich wissen. Von diesem Blender. 30 Minuten, genug Zeit, um sich ein Pokerface hinzuschminken. »Bist du ausbalanciert?«, hake ich skeptisch nach, dass dem Paten aufgrund der Körperspannung, besonders in meinem oberen Rücken, sehr schnell die Ernsthaftigkeit deutlich wurde.

»Was meinst du?!«

Ich erzähle ihm von dem Gespräch, bei dem ich zugehört hatte. Von dem Frust zwischen den Zeilen, von dem verbal skizzierten Leidensweg auf die Bühne des Lebens. Vom Leiden Christi, das sich bei diesem, meinem Besucher wohl jeden Morgen aufs Neue abspielt. Klang nach Offenbarung. Nach Endzeitstimmung. Weil, und damit kam ich zum eigentlichen Punkt: Wer seinen Tag so angeht, im Ungleichgewicht, eingereiht in der Warteschlange fürs jüngste Gericht… Na gute Nacht Krabbensalat.

Eine Love Brand hat Fans,
die selbst wie eine Love Brand ticken.

Die Aufmerksamkeit der Richtigen

»Also, bist du ausbalanciert oder bist du es nicht?«, will ich noch einmal an den Paten gewandt wissen. »Ich will nämlich ausbalancierte Fans haben. Trübes Wasser hat kein Qualitätsprädikat verdient. Untergangsstimmung passt darüber hinaus nicht zu einer Love Brand. Ich brauche Fans, die selbst ticken wie eine Love Brand! Verstehst du?!«

»Aber absolut! Ich kann dich sogar beruhigen, ich bin mehr als ausbalanciert. Weil es nichts auszubalancieren gibt. Work-Life-Balance ist in meinen Augen Schwachsinn. Ich bin privat kein anderer Mensch als beruflich. Außerdem, würde mein Beruf nicht zum Leben dazugehören, beziehungsweise mein Leben im Beruf keine Rolle spielen, wäre das doch schizophren. Wenn also alles eins ist, was sollte ich dann ins Gleichgewicht bringen müssen?«

»Na gut, ich glaube dir. Nur, weshalb benötigst du dann trotzdem 30 Minuten nach dem Aufstehen bis du auf die Bühne kommst?«

»Würde ich im Wasser leben, wie du, bräuchte ich mich nicht waschen und anziehen – dann könnte ich mir auch die 30 Minuten morgens sparen.«

Jeder so, wie er es verdient, denke ich. Dennoch, wie schon gesagt, gewaschen und angezogen macht der Pate schon einen recht anständigen Eindruck. Zudem jammert er nicht. Er packt an, und das richtig, sonst würde er sich wohl kaum soviel Zeit für mich nehmen.

»Pate, mein Team und ich sind uns einig: Wir können unseren Fans Freude bereiten, Mehrwert bieten, Botschaften vermitteln sowie Vorbilder sein. Alles, was wir brauchen, sind Fans, die das wertschätzen und honorieren, ohne unser Ökosystem zu vergiften. Alles, was wir wollen, sind Aufmerksamkeit und Krabben, ohne dass wir uns dafür prostituieren. Du weißt bestimmt, was ich meine…«

Offen gesagt, habe ich keine Ahnung, ob mein Pate etwas von Prostitution versteht. Ich bin mir jedoch sicher, dass entweder dieser Begriff oder etwas anderes aus meiner Aussage, etwas ausgelöst hat: Stillleben auf beiden Seiten der Patenschaft. Ein Standbild.

Zuhören gehört sich

Ratet mal, wer gleich als Erstes die Fassung verliert? Wer als erstes wieder erfolgshungrig ist und das Maul ganz schön voll nimmt? Richtig. Also Obacht, Charme-Offensive: »Love Brand an Markencoach: Suche Fans, stop. Brauche Krabben, stop. Erwarte Hilfe, stop.«

»Ich habe dir eben geholfen«, grinst der Mensch. Das Seepferdchen nicht. »Ich habe dir soeben gezeigt, wie man zuhört«, sagte er. Dann müsstest du ja auch gehört haben, was ich gesagt habe, du Held, dachte ich. Ich wollte eine Antwort, keine Lektion. Und was bekomme ich? Eine Lektion als Antwort. Na prima.

Wie auch immer, ich kann nicht wiedergeben, welche Details alle zu berücksichtigen sind, im Fan-Gewinnungs-Prozess. Hinhören wäre allerdings schon mal ausschlaggebend dafür, um frühzeitig herauszufiltern, ob Fanwerbung überhaupt zieht.

Der Monolog des Paten ging anschließend noch länger. Er lernte in diesem Zusammenhang, was für ein genialer Zuhörer ich bin und ich lernte hingegen, was für ein genialer Geschichten-Erzähler mein Pate ist. Weil er halt auch einfach weiß, wie er mir Geschichten erzählen muss.

Er erzählte mir Frauengeschichten. Mein Fehler, ich hatte ihn wohl mit der Prostitution auf die Fährte gesetzt.

Es blieb, soviel sei verraten, durchgehend jugendfrei. Schade? Ich bitte euch, schaut mal auf die Uhr und erinnert euch: Wir wissen schon, was sich gehört.

Es ging um Dates. Treffen. Begegnungen könne man es auch nennen. Werben. Becircen. Balzen, sage ich.

Wer fragt, führt.
Wer hinterfragt, verändert.

Traditionell oder modern?

Auch da gäbe es übrigens traditionelle sowie moderne Methoden auf Seiten der Zweibeiner in diesem Verfahren. Es gäbe die, die einen Fragekatalog beim anderen abhaken: Wissen, Status und Spezifikationen werden ausgewertet, analysiert, kategorisiert. Kommst du in die Kategorie »Match«, wie das heutzutage heißt, heißt das soviel wie: deine Antworten waren richtig. Mein Pate und ich einigten uns darauf, diese Dating-Methode die »Mein Haus, mein Boot, mein Seepferd-Methode« zu nennen.

Und dann gibt es die »Interview mit einem Alien«-Methode. Das sind die Anderen, die Aktionen, Reaktionen, Emotionen testen. Vielmehr zielen ihre Fragen darauf ab, eine Aktion, Reaktion oder gar Emotion zu fördern.

Kurzum, es gibt die, die Qualität messbar machen, und die, die Qualität menschlich machen. Alles eine Frage der Frage. Clever, oder? Ja, kommt vom Paten, ist aber irgendwie auch logisch: Wer fragt führt, wer hinterfragt verändert. Und so tat ich: »Was soll ich fragen?«, wollte ich wissen.

Nach allem, was mein Gegenüber von seinen Stärken, Wünschen und Bedürfnissen Preis geben will, war die Antwort.

Wachsen heißt, voneinander lernen

Gut, nächste Frage: »Was unterscheidet das Balzen um Fans auf der anderen Seite der Scheibe von der Art des Balzens um Fans auf meiner Seite der Scheibe?«

»Weshalb sollte es da einen Unterschied geben?«

»Ganz einfach, weil es unterschiedliche Partnerschaften sind, die ich anstrebe…«

»Mag sein, dennoch bleiben es Partnerschaften. Und alle zielen darauf ab, dich als Love Brand zu Supporten. Ob in einem Werbungsgespräch oder in einem Bewerbungsgespräch. Du bist das gleiche Seepferdchen – von der einen Seite der Scheibe gesehen wie von der anderen. Fan kann derjenige sein, der als Experte beginnt und als Typ dazulernt. Fan kann auch derjenige sein, der als Typ beginnt und sich zum Experten entwickelt. Hauptsache beide lernen, denn so wachsen Partnerschaften.«

Hm, was hab‘ ich heute gelernt?

Ich bin das lebende Paradebeispiel der soeben neu geschaffenen Love-Brand-Balance. Niemand schwebt so authentisch als Marke und als Lebewesen wie ich. Ich bin ausbalanciert. Die beste Voraussetzung, um Zuhören zu gehen… und dazu zu lernen, bevor ich wieder mal das Maul zu schnell zu voll nehme.

Branding nach Innen wie nach Außen gehört ins Gleichgewicht gesetzt. Weshalb? Weil es schlichtweg authentisch und glaubwürdig ist. Das wiederum erzeugt Verbindlichkeit. Wer taucht, weiß, wie herrlich die Schwerelosigkeit im Wasser dazu helfen kann, sich ausbalanciert zu fühlen. Willi ist wahrlich ein lebendes Beispiel dafür, wie ausbalanciert man sein kann. Außerdem steht er auf Branding statt Blending. Auf Fans, die gestalten, statt verwalten. Wer richtig fragt und richtig zuhört, wird leicht und schnell feststellen, ob er Verwalter oder Gestalter anzieht und führt. Willi jedenfalls rekrutiert ab sofort Fans im Team, die seine Love Brand mitgestalten wollen, weil sie stolz sind, ein Teil davon zu sein. Und er rekrutiert Fans, die seine Love Brand mitgestalten wollen, weil sie Spaß daran haben…

Food For Thoughts

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Ausserdem gibt’s den Blog-Artikel als Audio-Podcast auf